Das Märchen begann mit einer Zugfahrt von Stuttgart nach Berlin. Die erste Station war im abgelegenen Pichelsberg. Mit Drachen musste er damals noch nicht kämpfen, aber dafür mit Hexen, Hunden und Kellerverließen. Aber was wäre ein vernünftiges Märchen, ohne Drachen? Also muss(te) der Junge auch gegen Drachen kämpfen. Der größte Drache, dem er sich noch stellen muss, nennt sich "Wohnungssuche". Momentan findet er sich in Kreuzberg wieder und er weiß, dass er dort nur auf der Druchreise ist. Nachdem er und seine damaligen Gefährten schon mehrere Kämpfe mit den verschiedensten "Wohnungsbesichtigungs"-Drachen verloren hatte, entschloss er sich im Alleingang gegen den größten Drachen anzukämpfen. Wahrscheinlich ist das die richtige Entscheidung, selbst wenn sich der Junge noch viele Gedanken macht und sich selbst Tag für Tag eingestehen muss, dass seine Geschichte zu ändern nicht so einfach ist, wie er es einst annahm.
In der Tat; er beschäftigt sich lieber mit träumen. Er träumt von langen Sommertagen, von dem unbeschwerten Leben, von lauen Sommernächten und davon, wie er und seine Kompanie die Nächte zu Tagen machen. Er baut sich die schönsten Traumschlösser, mit hunderten von Zimmern. In jedem Zimmer befindet sich eine andere Überraschung und jedes Zimmer sieht anders aus, damit er all seine Freunde und seine Familie um sich haben kann, wann er will, damit sich seine Herzensmenschen in seinem Traumschloss wohl fühlen. Mit einem riesigen Garten, in dem es immer Sommer ist - inklusive einem riesigen Pool, der sich von selbst säubert. Ein Traumschloss, indem er alles hat, was er braucht und in dem die Sorgen des Alltags keinen Platz haben. Ja, im Bauen von Traumschlössern ist der Junge ziemlich gut. Manchmal fällt es ihm sehr schwer, sich selbst wieder aus dieser Welt rauszuholen. Oft übernehmen das andere für ihn. Die Bösen; die bösen Wahrheiten und Realitäten, vor denen er sich nur allzugerne verstecken würde, es aber nicht kann. Also beginnt er sich mit Schwert und Schild zu rüsten, um sich diesen Warheiten zu stellen. Er weiß ja schon, dass wegrennen nichts bringt. Doch was er nicht weiß ist, wie man gegen die Bösen ankämpft, wie man mit den Drachen fertig wird. Leider kennt er keine Zauberer, die ihm mit Zauberformeln helfen könnten, die Drachen auf "friedliche" Weise zu besiegen. Er ist sich dessen bewusst, dass er in den Kampf ziehen muss. Dabei vergisst er nicht, auf seinem Weg nach vorne, die schlafenden Schönheiten aufzuwecken, die ihm begegnen. Die kleinen Schönheiten im Leben, die selbst den grausten, dunkelsten Tag aufhellen können. So kommt es, dass er versucht, diese Schönheiten zu wecken, sei es mit einem Kuss oder nur mit einer leichten Berührung. Er versucht Menschen, die ihm etwas bedeuten zu berühren, im Gegenzug wird auch er berührt. Und sogar die kleinsten Berührungen, die seine Seele und sein Herz nur zaghaft streifen, lassen ihn aufleben und schenken ihm neue Kraft, um nicht aufzugeben, um sich nicht geschlagen zu geben, um immer und immer wieder weiter zu marschieren...
So wacht der Träumer vorrübergehend auf, nicht aber, um Realist zu werden, nicht um wieder in sein Pessimisten-Dasein zurückzukehren, nein, er wacht auf, um seinen Träumen zu folgen und an ihnen festzuhalten. Und selbst wenn manche Träume letztendlich Schäume bleiben, so wird er sich tief in seinem Herzen sicher sein, dass der eine oder andere kleine Traum zur Realität werden wird. Dafür kämpft er ab jetzt und ab heute und im Hier. Dafür stellt er sich den Drachen, den Hexen und den Dorchenbüschen, dafür nimmt er es mit Ungeheuern und mit der Realität auf sich...
Es war also einmal in einer großen Stadt, ein kleiner Junge, der ein Optmimist werden wollte. Heute, hier und jetzt und jeden kommenden Tag wird er es aufs Neue versuchen und je näher die leichten Sommertage kommen, je weiter öffnet sich sein Herz dem, was noch auf ihn wartet...
In diesem Märchen kann man auch ohne Zauberei,
aus einem Falschen weg, DEN richtigen machen.
aus einem Falschen weg, DEN richtigen machen.


Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen