Montag, Februar 01, 2010

der Februar

Und schon wieder ist ein Monat vorbei. Sonst war ich der Meinung, dass der Januar sich immer so endlos in die Länge zieht. Ich konnte den Januar nie wirklich ausstehen. Der Dezember war immer so schnell vorbei und der Januar, bekannt als erster Monat des neuen Jahres, zog sich wie ein Kaugummi. Aber dieses Jahr ist (wie sollte es auch anders sein?) alles nicht so, wie sonst. Auf einmal ist der Januar vorbei. Da habe ich mich gerade erst an 2010 gewöhnt - ich weiß übrigens immernoch nicht wirklich, wie man das Datum schreibt; einfach eine '10' oder eher '010' - und meinte, man könne sich auf den langwierigen Januar verlassen und siehe da: es ist Februar.
Beudeutet das jetzt, dass wenn ich das nächste Mal aufwache, es schon Mai ist? Schon Sommer ist? Sicher nicht, aber die Zeit geht vorbei, wie im Fluge. Da jettet man mal für 2 Tage nach Mailand, schaut sich den Dom an und shoppt ein wenig, beginnt sich allmählich an das nicht besser werdende Wetter zu gewöhnen, sieht über die Schneeberge in ganz Berlin hinweg und findet sich mi der Situation ab, dass alles "irgendwie" schon weitergehen wird. Ich bin natürlich froh, dass schon Februar ist. Vielleicht leben wir bald alle wieder auf der Sonnenseite, aber was mich gewaltig stört ist, dass die Tage wegrennen, das Ziel aber in weiter Ferne liegt. Da muss doch irgendwo ein Missverständnis vorliegen! Meiner Meinung nach passt da etwas nicht zusammen. Der Fortschritt der Zeit ist nicht propertional zu dem Fortschritt der Ereignisse, in meinem Leben. Das gefällt mir nicht wirklich. Alles ändert sich und die veränderungsträchtigen Dinge bleiben gleich. So sollte das alles nicht ablaufen...

Gefühlte 100 Wohnungsbesichtigungen später lebe ich auch im Februar in einem Schlotterburger-Keller. Nach weiteren 28 Nächten sollen die Keller-Tage allerdings gezählt sein. Irgendwo in Berlin muss es eine Wohnung ohne Durchgangszimmer geben, in der 4 Menschen zusammen leben können. Andere haben das doch auch geschafft, wieso dann wir nicht? Ich will sicher nicht (wieder) pessimistisch werden, aber so schwer habe ich mir das nicht vorgestellt. Was ich sagen will, das Limit ist demnächst erreicht. Was ich auch dazu sagen muss: das alles heißt ja letzendlich einzig und allein eines, nämlich weiter suchen! Und zwar solange, bis wir DIE Wohnung gefunden haben. Trotz der ganzen Wohnungsnieten hab ich's im Blut: bald ist die beste Bleibe gefunden und TSLJ sind einzugsbereit. Ich erwarte eine Steigerung und ich werde dafür sorgen, dass es endlich vorangeht. Die Uhr belibt nicht stehen, die Situation ist momentan noch im Stillstand. Aber wie wir schon wissen - kein Stillstand ist für immer. Könnten sich die ganzen Menschen, die einem immer und immer wieder sagen, dass alles besser wird, dass alles seine Zeit braucht; könnten sich all diese Leute wirklich irren? Alle auf ein Mal? Gibt es nur eine Hand voll Menschen, die geschafft haben, was sie schaffen wollten und sind das dann die ausgesiebten Positivbeispiele und der Rest (zu dem ich mich noch zähle) schaut zu ihnen auf und bildet sich auf Basis von vorher aufgelisteten Zusprüchen ein, dass er es auch schaffen kann, ist aber von der Realität weit entfernt? Nein! Natürlich kann der Glaube alleine keine Berge versetzen und der Wille in uns etwas zu ändern wird uns nicht von alleine weiterbringen. Aber man werfe Willen, Glauben, Zuversicht, Ehrgeiz in einen großen Topf, man erhitze ihn mit harter Arbeit und man würze ihn mit ein wenig gesunder Naivität und einer Prise Hoffnung. Man rühre stetig um, die Masse muss ständig in Bewegung bleiben und siehe da: nach unbestimmter Zeit passieren ganz plötzlich (und manchmal vielleicht sogar, wenn man sie am wenigstens erwartet) diese kleinen Wunder, von denen man sich erzählt. Und wenn das passieren wird, sind wir nicht nur ein guter Koch, nein wir könnten sogar unseres Glückes Schmied werden. Hoffentlich gibt es jetzt viele rauchende Köpfe, die ihr persönliches Rezept zusammenbasteln und endlich anfangen zu kochen. Weil das Leben im Großen und Ganzen doch gar nicht so bitter ist. "When life gives you lemons, make orange juice, sit back, relax, and watch the world wonder how you did it."
Der Februar steht in diesem Sinne also ganz im Zeichen von Fortschritt, Optimismus und angehende Kochprofis. Weil ich ab sofort mit dem Kochen anfange, weil ich bald von wahrgewordenen Träumen, kleinen Wundern und alltägliche Erfolgsgschichten berichten werde, weil ich bald Rauchzeichen an andere senden werde, um ihnen mit ungelogenen, selbst erlebten Ratschlägen weiter zu helfen, weil ich die Welt bald von Wolke 7 aus betrachten werde und bald meine Tagebucheinträge von meinem Schreibtisch in meinem WG-Zimmer aus schreiben werde, [fast]welches übrigens immer aufgeräumt sein wird ;) [/fast]

Auf dass der kurze Februar viele Überraschungen mit sich bringt, auf dass wir lernen, nach den Sternen zu greifen und auf alles, was vor uns liegt...



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