Kaffee und Käsetoast, so fing mein Sonntag heute um halb zwei an.
Nach einem Monat in Berlin bin ich gerade dabei, Bilanz zu ziehen. Dabei wird mir klar, dass ich diese ganze "Aktion" irgendwie unterschätzt haben muss. reBoot: BERLIN - sind wir bereit? Bin ich bereit? Zumindest musste ich wohl vor 'nem Monat bereit gewesen sein, heute kann ich das so nicht mehr ganz beJAen. Grundsätzlich bin ich gar kein optimistischer Mensch, aber in dieser Sache - dieser ganze Umzug in eine Großstadt, Neuanfang in Berlin - war ich alles andere als pessimistisch! Vielleicht war ich sogar etwas blauäugig, ein bisschen naiv. Positiv Denken gehört eigentlich nicht zu meinen ausgeprägtesten Stärken, aber ich hatte diesen Willen und diesen inneren Drang, raus aus Stuttgart zu müssen um etwas Neues zu finden.
Was habe ich bisher Neues gefunden? Ich weiß, dass es hier eine S-Bahn gibt, die im Kreis fährt, genannt Ringbahn. Das wird dann auch schon die größte Neuentdeckung bis dato sein. Ich will nicht sagen, dass ich enttäuscht bin, oder so etwas - nein, eigentlich nicht, aber es ist alles nicht so, wie ich es mir erhofft hatte. Mein Leben hier verläuft monoton und meine Gefühlskurve schwenkt wenn überhuapt, nach unten aus. Ansonsten ist es alles eine Art Einklang. Die Zeit vergeht seltsam - undefinierbar. Träume von den Erschreckendsten Dingen wurden verzeichnet und das große Abenteuer will sich noch nicht richtig zeigen! Natürlich kann man nicht erwarten, dass man in eine fremde, große, gefährliche, sich stetig verändernde Stadt zieht und umgehend einen Freundeskreis, eine Wohnung, einen Job und eine Stammdisco hat, aber ab WANN kann man das erwarten? Bis jetzt habe ich "nur" einen Job, keinen Freundeskreis und keine Stammdisco. Eine Wohung auch nicht. Aber immerhin darf ich mich Verkäufer bei Peek & Cloppenburg nennen - ist das eine Erleichterung oder gar eine Genugtuung? Teils teils.
Jemand muss mir so schnell wie es geht, in den Arsch treten, damit ich aufhöre mich selbst runter zuziehen. Weil ich hier aber niemanden habe, muss ich das wohl auch selbst übernehmen, was die ganze Sache ein wenig erschwert. Ich merke schon, wie sich eine Art Heimweh in mir breit macht. Ich vermisse meine Freunde in Stuttgart, meine Familie und besonders meinen Fernseher, wirklich!
Aber trotz alle dem sollte ich jetzt Schluss machen mit dem Gejammer. Morgen sollte ich anfangen, mich mit den diversen Menschen, die auf mein WG-Inserat geantwortet haben, in Verbindung zusetzen. Nur so finde ich schnellstmöglich Leute, mit denen ich zusammen wohnen kann. Ich meine, wenn ich eine eigene Wohung/WG habe, fühle ich mich eher als Berliner, weil ich dann einen festen Ort habe, einen gefundenen Platz. Das müsste mich dann auch glücklicher machen. Bis jetzt bin ich nicht unglücklich, aber die Gesamtsituation ist nicht so, dass ich freudig jauchzend in die Luft springe. Ich versuche stattdessen meinen Unmut zu unterdrücken. Aber Gitti sagt, dass Nudeln glücklich machen! Also wollen wir mehr Nudeln essen, damit wir glücklicher werden. Hoffentlich geht diese Gleichung auf. Ansonsten hoffe ich, dass ich demnächst eine Wunderlampe finde und drei Wünsche frei habe...
Tja, der erste Monat war definitiv nicht einfach und betsimmt werden auch noch andere schwere Monate vor mir liegen. Ich hoffe freilich auf das Beste, rechne aber mit dem Schlimmsten. Versuche ein fröhliches Lied in meinem Kopf zu singen und mehr Leute anzulächeln. Wenn ich eines weiß, dann dass es nicht wirklich was bringt, unglücklich vor sich her zu leben. Ich bin mit dem Ziel nach Berlin gekommen, das Leben zu entdecken und ein Stück vom Glück zu suchen, so viel wie möglich mitzunehmen und den einen oder anderen Traum näher zukommen. Wenn wir alle Rohdiamanten sind, dann will ich in Berlin geschliffen werden, wenn wir alle Potential in uns haben (wovon ich doch stark ausgehe) dann soll diese Stadt der Ort sein, wo ich mein Potential erkenne und lerne, das Beste aus mir zu machen. Wenn unser Glaube wirklich Berge versetzen kann, dann will ich auch verdammt nochmal einen Berg versetzen! Sind wir bereit? Weiß nicht. Bin ich bereit?
Vermutlich schon...
Youth Group - Forever Young
Youth is like diamonds in the sun and diamonds are forever...
So many dreams swinging out of the blue - we let them come true!
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen